Naher Osten vor einer Eskalation? – USA gegen Iran und die Folgen für die Märkte

Naher Osten vor einer Eskalation? – USA gegen Iran und die Folgen für die Märkte

Die geopolitische Lage im Nahen Osten verschärft sich erneut. Die Spannungen zwischen den USA und dem Iran nehmen zu. Öffentliche Drohungen aus Washington, militärische Präsenz in der Region und warnende Worte aus Moskau sorgen für ein zunehmend fragiles Gleichgewicht.

Die Wahrscheinlichkeit eines direkten militärischen Eingreifens der USA wird höher eingeschätzt als noch vor einigen Monaten. Gleichzeitig warnt Russland vor einem Angriff auf den Iran. Ob es tatsächlich zu einer Eskalation kommt, ist offen. Doch an den Finanzmärkten reicht bereits die steigende Unsicherheit, um Druck aufzubauen.

US Navy ending aircraft carrier's Middle East deployment | Reuters

Warum der Iran geopolitisch entscheidend ist

Der Iran ist kein Randakteur. Das Land spielt eine zentrale Rolle im globalen Energiesystem. Besonders kritisch ist die Strasse von Hormus, durch die ein erheblicher Teil des weltweiten Ölhandels transportiert wird. Jede militärische Eskalation in dieser Region hätte unmittelbare Auswirkungen auf Angebot, Preise und globale Lieferketten.

Ein Angriff würde nicht nur regional wirken, sondern globale Schockwellen auslösen:

  • steigende Energiepreise

  • zunehmende geopolitische Unsicherheit

  • Kapitalflucht in sichere Anlagen

  • starke Volatilität an den Märkten

Märkte reagieren nicht erst auf reale Ereignisse, sondern auf Wahrscheinlichkeiten.

Risikoassets unter Druck

Sollte es zu einem militärischen Eingreifen kommen, wären klassische Risikoassets besonders anfällig:

  • grosse Aktienindizes wie S&P 500 und Nasdaq

  • wachstumsstarke Technologieaktien

  • Kryptowährungen

In geopolitischen Krisen wird Liquidität gesucht. Investoren reduzieren Risiko und sichern Kapital. Ein Rücksetzer von 10 bis 20 Prozent wäre in einem solchen Szenario keine Überraschung. Je nach Ausmass der Eskalation könnte die Reaktion noch stärker ausfallen.

Mögliche Profiteure einer Eskalation

Historisch zeigen sich bestimmte Anlageklassen in geopolitischen Spannungsphasen robuster oder profitieren sogar direkt.

Öl
Ein militärischer Konflikt im Nahen Osten bedeutet unmittelbares Angebotsrisiko. Bereits die Gefahr von Störungen kann Ölpreise stark ansteigen lassen.

Gold, Silber und Kupfer
Edelmetalle gelten als klassische Krisenwährungen. In Zeiten geopolitischer Unsicherheit steigen sie häufig, da sie als Wertspeicher wahrgenommen werden.

Rüstungs- und Verteidigungsaktien
Unternehmen aus dem Verteidigungssektor profitieren oft von steigenden Militärausgaben und geopolitischer Spannung. Erwartete Budgeterhöhungen spiegeln sich regelmässig in den Kursen wider.

Historische Perspektive

Geopolitische Schocks führen meist zu kurzfristigen Markteinbrüchen. Mittel- bis langfristig stabilisieren sich die Märkte jedoch häufig wieder, sofern es nicht zu einer massiven globalen Ausweitung kommt.

Emotionale Überreaktionen sind an den Börsen keine Seltenheit. Wer strategisch denkt, unterscheidet zwischen kurzfristiger Panik und langfristiger Strukturveränderung.

Die strategische Einordnung

Niemand wünscht sich einen Krieg. Weder wirtschaftlich noch menschlich. Doch Investoren müssen verstehen, dass geopolitische Risiken Teil des globalen Systems sind.

Volatilität bedeutet Unsicherheit.
Unsicherheit bedeutet Kapitalverschiebung.
Kapitalverschiebung bedeutet Chancen und Risiken zugleich.

Wenn Risikoassets stark korrigieren, entstehen Einstiegschancen. Wenn Energiepreise stark steigen, entstehen möglicherweise Übertreibungen. Entscheidend ist, vorbereitet zu sein, ohne in Panik zu verfallen.

Fazit

Die Spannungen zwischen den USA und dem Iran nehmen zu. Die Wahrscheinlichkeit einer Eskalation ist gestiegen, auch wenn sie keineswegs sicher ist.

Sollte es zu einem Angriff kommen, dürften Aktien und Kryptowährungen kurzfristig unter Druck geraten. Öl, Gold, Silber und Verteidigungswerte könnten relative Stärke zeigen.

Doch bei aller Marktanalyse bleibt eines klar: Ein Krieg ist kein Investmentcase, sondern eine menschliche Tragödie mit weitreichenden Folgen.

Investoren sollten informiert, strukturiert und diszipliniert handeln, nicht emotional.

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